21. Oktober 2022

Harter Schlag

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Nein, zu den armen Gemeinden im Land gehört Sulzbach sicher nicht. Das Gewerbesteueraufkommen ist zwar nicht ganz so hoch wie im benachbarten Schwalbach oder gar wie im superreichen Eschborn, aber es reichte doch in den vergangenen Jahren immer, um Einnahmen und Ausgaben in der Balance zu halten, was den meisten Städten in Hessen nicht gelingt.


Umso schwerer trifft es Sulzbach, dass mit Clariant nun einer der mutmaßlich wichtigsten Gewerbesteuerzahler in Richtung Höchst abwandert. Darüber hinaus wird über kurz oder lang auch „Cosnova“ die Gemeinde gen Bad Soden verlassen, wo sich das aufstrebende Kosmetikunternehmen quasi in Sichtweite des alten Standorts deutlich vergrößern will.
Kurz: Rund um die Otto-Volger-Straße mit ihren etwas in die Jahre gekommenen Bürogebäuden droht in den nächsten Jahren Leerstand, erst Recht, wenn immer mehr Firmen auf den Geschmack des „hybriden Arbeitens“ kommen und ihre Mitarbeiter lieber mit Laptops für zu Hause ausstatten als mit einem festen Arbeitsplatz in der Firmenzentrale.
Auf viele dieser Faktoren hat die Gemeinde keinen Einfluss. Doch was sie tun kann, muss sie jetzt tun. Wirtschaftsförderung ist das Gebot der Stunde. Denn bei aller Schwarzseherei: Der Standort Sulzbach an sich mit seiner Nähe zu Frankfurt, seiner hohen Lebensqualität und seiner exzellenten Verkehrsanbindung ist ein Pfund, mit dem die Gemeinde wuchern kann und mit dem es auch in einer veränderten Arbeitswelt möglich sein sollte, richtige Unternehmen anzulocken und nicht nur Rechenzentren.

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