Mehr Platz für die Exoten

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Wenn im Arboretum die Motorsägen heulen, werden die Waldarbeiter immer kritisch beäugt. Schließlich ist das Areal zwischen Sulzbach, Schwalbach und Eschborn für viele so etwas wie ihr Freiluft-Wohnzimmer und da sind allzu große Veränderungen meist unerwünscht. Die aktuellen Pflegemaßnahmen haben entsprechend viele Besucherinnen und Besucher aufgeschreckt, die Tag für Tag durchs Arboretum joggen oder zumindest ein- bis zweimal pro Woche dort spazieren gehen. Denn die Pflege erwies (…)

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Harter Schlag

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Nein, zu den armen Gemeinden im Land gehört Sulzbach sicher nicht. Das Gewerbesteueraufkommen ist zwar nicht ganz so hoch wie im benachbarten Schwalbach oder gar wie im superreichen Eschborn, aber es reichte doch in den vergangenen Jahren immer, um Einnahmen und Ausgaben in der Balance zu halten, was den meisten Städten in Hessen nicht gelingt.

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Verfall unterm Kirchturm

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Die Begriffe sind etwas andere, in der Sache geht es aber um das Gleiche. Genauso wie die katholischen Kirchengemeinden müssen sich nun auch die evangelischen Kirchengemeinden im östlichen Main-Taunus-Kreis zusammentun, um überleben zu können. Dass das auch Sulzbach betrifft, hat die jüngste Synode des Dekanats in Hofheim gezeigt.

In beiden großen christlichen Kirchen ist der Mitglieder- und Pfarrerschwund so groß, dass kleine Einheiten nicht mehr existieren können – zumindest unter wirtschaftlichen Aspekten. Die eigenständige Gemeinde Maria Rosenkranzkönigin ist schon Geschichte, die (…)

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Im Windschatten der Krise

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Einkaufen macht zurzeit wirklich keinen Spaß mehr. Selbst der einfachste Gang in den Supermarkt endet im Moment mit einer bösen Überraschung. Bis vor kurzem wusste man stets ungefähr, was die Fuhre im Einkaufswagen kostet, doch jetzt glaubt man beim Blick auf den Kassenzettel fast jedes Mal, dass sich die Kassiererin irgendwie vertippt haben muss.

Hat sie aber nicht. Die Butter kostet beim Discounter tatsächlich 2,29 Euro, die billige H-Milch 1,09 Euro und über das Sonnenblumenöl wollen wir lieber schweigen. Es ist ja ohnehin nur selten welches zu haben. (…)

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Was soll der Pomp?

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

England wird ja gerne als das Mutterland der Demokratie bezeichnet. Vielleicht ist das ja der Grund, dass die Briten eine äußerst undemokratische Einrichtung wie die Monarchie so feiern. Die Zeremonien rund um das Begräbnis von Königin Elisabeth II. und der Inthronisation ihres Nachfolgers jedenfalls lassen jeden Demokraten, der nicht auf der Insel geboren ist, staunen. Was soll all der Pomp, die lächerlichen Uniformen, die Bärenfellmützen und die goldenen Kutschen?

Die Antwort auf die Frage gibt jede Rede von Frank-Walter Steinmeier. Mit all seiner Seriosität und Betroffenheit …

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Vorbild aus der Provinz

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Hoch her ging es am Mittwoch im Bundestag bei der Generaldebatte. CDU-Fraktionsführer Friedrich Merz ließ kein gutes Haar an der Bundesregierung und wählte teils drastische Worte, um das angebliche Versagen zu beschreiben. Olaf Scholz konterte und wurde dabei derart laut, dass man ihn kaum noch erkannte. Kurzum: Die Parteien waren im Wahlkampfmodus, obwohl weit und breit keine wichtige Wahl in Sicht ist.

Was dagegen sehr gut sichtbar ist, ist eine allgemeine Krise wie sie das Land schon lange nicht mehr gesehen hat. Corona und der Krieg in der Ukraine haben sowohl die Wirtschaft als auch die Privathaushalte kräftig durcheinandergewirbelt. Gas, Strom und viele andere Dinge sind teuer wie nie, ein heißer Krieg tobt direkt vor der Haustür und der Klimawandel droht mit noch tiefergreifenden Veränderungen. (…)

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Wie Schmerzmittel

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Schade, dass es vorbei ist. Drei Monate lang konnten wir mit dem 9-Euro-Ticket beinahe kostenlos mit der Bahn fahren und der Tankrabatt machte den Sprit billiger. Beiden Maßnahmen haben dafür gesorgt, dass es trotz der Energiekrise eine relativ unbeschwerte Urlaubssaison gab. Doch so toll wir die Geschenke von Vater Staat auch fanden: Ob es die richtigen waren, ist mehr als fraglich. Denn das Grundproblem ist ja, dass es wegen der Gas-Knappheit insgesamt zu wenig Energie gibt. Dagegen hilft eigentlich nur Energie-Sparen, doch Tankrabatt und 9-Euro-Ticket haben dazu keinerlei Motivation geboten. Im Gegenteil: Wer besonders viel mit Auto und Zug herumgefahren ist, hat besonders viel bekommen.

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Digitales Dilemma

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Da hat sich die Gemeinde wohl etwas zu leichtfertig auf die „Rahmenkooperationsvereinbarung“ mit den Platzhirschen der Glasfaser-Industrie eingelassen. Denn wie sich jetzt zeigt, hat keiner der drei beteiligten Unternehmen eine wirklich zufriedenstellende Lösung für die Gemeinde parat: Die „Deutsche Glasfaser“ hat das Feld von vornherein den anderen beiden überlassen. Die „Deutsche Telekom“ bietet veraltete Technik für einen relativ hohen Preis an und will die Kabel nur knapp unter die Pflastersteine legen. Die „Deutsche Giganetz“ schließlich will erst anfangen, wenn 40 Prozent der Sulzbacher mitmachen, was eine ziemlich hohe Hürde ist.

Auch wenn sich die Gemeindevertreter nun erst einmal grundsätzlich für die „Telekom“ ausgesprochen haben, sollten sich die Parlamentarier mit diesem Ergebnis nicht zufrieden geben und weiter nach Alternativen suchen. Denn auch wenn heute kaum jemand die superschnellen und entsprechend teuren Glasfaseranschlüsse nutzt, wird das schon in wenigen Jahren Standard sein.

Es geht also um die Zukunft eines wichtigen Teils der Infrastruktur der Gemeinde. Da sollte es keine halbgaren Kompromisse geben.

Lesen Sie dazu auch den Bericht „Nicht das schnellste Netz“ und schreiben Sie Ihre Meinung in das Feld unten!

Jenseits des Balls

Sulzbacher Spitzen

von Mathias Schlosser

Wäre es nicht fast 20 Grad warm gewesen, hätte man denken können, es sei Silvester, als der gestrige Donnerstag um Mitternacht begann. Überall knallten Feuerwerkskörper und überall prosteten sich teils wildfremde Menschen zu und lagen sich in den Armen. Nein, das Jahr 2022 war nicht nach 138 Tagen vorbei. Die Eintracht hatte nach 42 Jahren wieder den UEFA-Pokal gewonnen.

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