14. November 2022

Neue Sorgen um die Fähre

Betrieb des schwimmenden Wahrzeichens ist in Gefahr

Die Höchster Färhre vom Justinuskirchgarten aus gesehen: Diesen Anblick wollen nicht nur die Höchster nicht missen, sondern auch viele Besucherinnen und Besucher aus dem Umland. Foto: Mingram

Zur Außendarstellung des Stadtteils Höchst – und auch sehr gerne für ganz Frankfurt – wird die Höchster Fähre immer wieder gerne benutzt. Zusammen mit Schloss, Zollturm und Justinuskirche bildet das Gefährt ein Kleeblatt der Attraktionen. Doch immer wieder droht dem Fährbetrieb das Aus. So auch jetzt.

Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 6 fordert den Magistrat auf, den ewigen Drahtseilakt zu beenden und die Zukunft der Fähre zu sichern. Die Folgen der Corona-Krise konnten, nicht zuletzt durch tatkräftige Unterstützung von Höchster Bürgern, abgemildert werden. Doch auch das Neun-Euro-Ticket spielte dem Fährbetrieb nicht in die Karten. Die Ausflugsziele wurden weiter gesteckt. Nun wirft die Energiekrise bedrohliche Schatten auf die Zukunft der „Walter Kolb“, die ihre Fahrgäste zwischen Höchst und Schwanheim befördert und einen wichtigen Teil des Grüngürtel-Rundwanderweges darstellt.
Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 6 hat in der Sitzung am 4. Oktober einen Antrag eingebracht, in dem der Magistrat aufgefordert wird, „die Kosten für die Betriebsstoffe dauerhaft zu übernehmen“ und dieses auch vertraglich zuzusichern. Auch die Beschäftigung einer weiteren Person, die, falls Fährmann Sven Junghans einmal ausfallen sollte, den Fährbetrieb übernehmen könnte, müsse gewährleistet wein. Zurzeit muss Junghans ohne seinen Zweit-Fährmann auskommen, der wegen Krankheit ausgefallen ist.
Die Antragstellerinnen Susanne Serke und Ilona Klimroth geben außerdem zu bedenken, dass der Magistrat im Jahr 2021 zugesagt habe, die Dieselkosten für die Fähre zu übernehmen. Doch es habe weder eine entsprechende Vertragsanpassung gegeben noch seien die angefallenen Kosten voll übernommen worden. Der Zuschuss von 50.000 Euro müsste verdoppelt werden, um den Fährbetrieb aufrecht zu erhalten.
In dem Antrag der CDU-Fraktion wird der Magistrat mit wichtigen Fragen konfrontiert, die über die Zukuft der Höchster Fähre entscheiden. Auch deren anstehendes 400-jähriges Jubiläum, das im kommenden Jahr gefeiert werden soll, wird in die Waage geworfen. Und schließlich steht über allem die Frage: Welcher Stellenwert wird der Fähre von der Stadt Frankfurt beigemessen? Im Frankfurter Westen genießt die Fähre ein sehr hohes Ansehen. Daher dürfte dieser Antrag auch die anderen Fraktionen des Ortsbeirates überzeugen. mi

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