16. November 2023

Die Höhen und Tiefen der Arbeitswelt

Improvisations-Theater „Springmaus“ nahm Publikum mit auf eine turbulente Reise

Das Improvisations Theater „Springmaus" kam wieder nach Sulzbach und ergründete mit ihrem Programm „Total kollegial" die Höhen und Tiefen der Arbeitswelt. Foto: Schöffel

In seinem Programm „Total kollegial“ ergründete das Improvisations-Theater „Springmaus“ die Höhen und Tiefen der Arbeitswelt und nahm das Publikum im Schultheißen-Saal mit auf eine turbulente Reise durch die tägliche Arbeitswelt.

Ganz egal ob im Büro oder auf der Baustelle, die vier Schauspieler stellten fest: „Auf der Arbeit gibt es zwei Sorten von Kollegen. Die einen, die unverhohlen anderer Leute Joghurt aus dem Kühlschrank der Gemeinschaftsküche verspeisen. Und die anderen, die gerne helfen und immer für einen da sind, auch dann wenn gar keine Hilfe erforderlich ist. Es gibt Kollegen, mit denen man gerne zusammenarbeitet, und jene, die ständig nur nörgeln. Vom Chef ganz zu schweigen…“
Nach einem Aufruf von der Bühne, sich gegenseitig nach links und rechts bekannt zu machen, starteten die „Springmäuse“ ein Streitgespräch, ob es in den Büroräumen zu heiß oder zu kalt sei. Und der verbale Disput der Kollegen, als Opernszene und in einer Phantasiesprache ausgetragen, endete wie erwartet mit einem turbulenten Sprachengewirr. Die leidigen Überstunden wurden gestreift, die Kantine bekrittelt, der Chef einer besonderen Betrachtung unterzogen.
Dann die Kollegin Mia, die oft zu spät zur Arbeit kommt und immer skurilere Ausreden findet. Bei dieser Impro-Aktion wurde Mia vor die Türe geschickt und das Publikum durfte Ausreden nennen, die Mia erraten musste, darunter „Kuh auf der Autobahn, Nagellack nicht getrocknet, mit Pegasus falsch abgebogen“. Dazu fragte der Chef die Kollegin geschickt aus, ein anderer Akteur mimte als Erratehilfe gestenreich die Ausreden. Jeder erratene Grund löste heftiges Klatschen aus.
Das Improvisationstalent des Mimen-Quartetts war dann beim Lehrerausflug zu einer Kegelbahn richtig gefordert. In zugerufenen Genres wie Horror, Western, Musical, Grimassen oder Disco stand die Ausholbewegung mit der Kugel stets im optischen Mittelpunkt, mal textlich verarbeitet, mal singend ausgestaltet. Hier gingen die Theaterfreunde im ausverkauften Saal begeistert mit.
Der zweite Teil war den Emotionen am Arbeitsplatz gewidmet wie Freude, Frust, Trauer, Liebe, Euphorie, Eifersucht, Angst, Mut – alles Empfindungen, wie sie besonders bei den ungeliebten „Mitarbeitergesprächen“ zu Tage treten. „Wer hat sich am Arbeitsplatz kennen gelernt“, fragte ein Schauspieler, stieg von der Bühne und wählte „Jutta und Frank“ für sein Interview aus. Beide gaben bereitwillig Auskunft. Sie seien im Finanzwesen tätig und hätten sich am Kopierer kennengelernt, das erste Date in Mainz gehabt, würden viel reisen. „Er ist mein Traummann, schnarcht aber“, gab Jutta offen zu. Aus all den Antworten modellierten die vier Interpreten ein temperamentvolles Mini-Musical: „Ich bin der Frank und arbeit in der Bank“. und setzten damit einen begeisternden Schlusspunkt ihrer bewundernswerten Improvisationskunst. gs

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